INFLUENCES #99 – Queen

Natürlich kannte ich Queen schon vor dem Tod von Freddie Mercury, doch erst mit seinem tragischen Ableben 1991 waren sie medial plötzlich auf Dauerschleife. Bei der SWF3 Hitparade schnitt ich ihre Titel auf Cassette mit, im Fernsehen liefen Dokus über die Band und den Ausnahmekünstler Freddie Mercury und schließlich schaute ich auch das Tribute Konzert im Fernsehen. Ich kaufte mir einige Tonträger, las in der Bravo über die Band und wurde mehr und mehr in den Bann gezogen.
Ohne Frage stand hier aber die Begeisterung über Freddie im Vordergrund. Nahezu alle großen Künstler haben ja einen an der Waffel. Das bekannte Genie und Wahnsinn Prinzip eben. Wer nicht genug Mut hat, nicht ausbricht, wer nicht auf Konventionen scheißen kann und sich mehr von rationalen Gedanken, denn von Gefühlen leiten lässt, der wird auch immer nur einen gewissen Dienst nach Vorschrift machen. Das tut keinem weh, berührt aber auch niemanden besonders. Freddie hat für das gelebt, was er gemacht hat. Wenn er Musik und Texte geschrieben hat, dann steckte da wohl alles drin, was ein Mensch im Stande ist zu geben. Er konnte das, wie nur wenige andere und seine Bühnenpräsenz war unvergleichlich und etwas ganz besonderes.

Damals wurde auch noch ganz anders Musik gemacht als heute. Wer würde heute noch mal so ein Stück wie Bohemian Rhapsody schreiben, es so arrangieren bzw. wer würde es veröffentlichen wollen? Man würde dem Musiker wohl sagen, dass das heute nicht mehr ankommt in den Charts und keinen Absatz finden würde. Also wird lieber die 1000. Kopie von der 1000. Kopie schön weich gespült und massenverträglich produziert, damit es auch ja niemandem weh tut und am Ende alles gleich klingt.
Plastik Sound nenne ich das! Abwaschbar, künstlich und ohne Ecken und Kanten flach gebügelt. Ich frage mich, ob die Leute nicht auch heute viel mehr mit außergewöhnlichen Dingen konfrontiert werden möchten, die aber wiederum einer klassichen, vertrauten Struktur folgen. Es traut sich nur niemand das auszuprobieren. Ist übrigens mit den Autos ja genau das gleiche. Da sieht heute auch eins, wie das andere aus und neben ein paar sinnvollen Neuerungen gibt´s eigtl. nur unnötige Extras on top, die letztendlich mehr dem Absatzmarkt, denn dem Nutzer dienen. Wie konnte man damals nur ohne Parkhilfe einparken? Wahnsinn! Anyway, der kleine Ausflug sollte nur verdeutlichen, dass die Welt generell voller Plastik ist. Da ist es kein Wunder, dass man sich an solche Künstler, wie Freddie Mercury klammert. Da war alles echt, der Überbiss, die Exzentrik und eben besonders auch die Liebe zur Musik!
Damit hat er und die Band mich mit geprägt. Ich hörte Queen intensiv, nachdem ich die Beatles bereits tief in mein Herz geschlossen hatte, ich war 10 Jahre alt und die Musik war damit mein Begleiter während ich vom Kind zum Teenie wurde und mich auch für Hip Hop und Techno begann zu interessieren. Nach all dem, was musikalisch danach kam, war Queen eine enorm wichtige Basis und dafür bin ich dankbar.

Die Liebe ist bis heute geblieben und 2010 spielte ich in der Halle A im Werk 2 bei der Global Space Odyssey (GSO) Aftershow Party z.B. vor ca. 1000 Leuten Don´t Stop Me Now als Intro meines DnB Sets. Das fanden einige schräg bis schlimm, andere wiederum toll und bedankten sich dafür. Ich musste das einfach machen, da der Tag und all das, was mit der GSO zu tun hatte so emotional (für mich und andere) war, dass ich das mit diesem Lied untermauern musste.
Bis heute bin ich froh, dass ich mich getraut habe und für diesen Moment auf Konventionen geschissen habe, denn es war klar, dass das einige lächerlich finden werden, andere konnte ich damit aber auch ein Stück weit glücklich machen. Freddie hat mich gelehrt einfach los zu lassen und so spaste ich auch gern hinter dem DJ Pult zur Musik ab, wenn es mich denn packt. Es bringt nichts sich dabei Gedanken darüber zu machen, ob das jetzt irgendjemand lächerlich im Raum finden wird. Die, die es erreichen soll, erreicht es, das erlebe ich immer wieder.
Also dance like nobody’s watching you!

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